Die Welt soll an uns erkennen, dass wir Seine Jünger sind. Ohne Einheit bleibt die Gemeinde Jesu kraftlos. Aus eigener Kraft kann die Einheit nicht erzeugt werden. Jesus in uns ist die wahre Kraft, die uns in die Einheit führt.

 

Wir befinden uns in einer besonderen Zeit der Gnade und haben den Ruf Gottes gehört: «Baut in meinem Namen auf dem Fundament, das gelegt ist die Mauern der Einheit auf, damit die Welt erkennt, dass ihr meine Jünger seid.» Aus dem Wort Gottes wissen wir, dass Einheit eine Grundvoraussetzung ist, um die Kraft Gottes in dieser Nation freizusetzen. Nur wenn Christen einmütig und in der Kraft des Heiligen Geistes handeln, wird die Welt erkennen, dass wir Seine Jünger sind. Jesus Christus weiss, wie notwendig diese Einheit ist. Im Hohepriesterlichen Gebet spricht Jesus unter anderem: «Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.» (Joh. 17,20-21).

 

Einheit entsteht, wenn mehrere zu Gunsten eines gemeinsamen Anliegens den eigenen Erfahrungs‑ und Überzeugungshintergrund ablegen, um sich frei von jeder Festlegung von Gott einen Weg zum gemeinsamen Ziel zeigen zu lassen – das heisst für mich «sich eins machen».

 

Ohne Liebe Gottes ist keine Einheit möglich.

 

Als ich zum Glauben kam, da hatte ich eine tiefe Leidenschaft für meinen Retter – die Bibel bezeichnet dies als «erste Liebe». In dieser Zeit konnte die Verbindung zu Jesus als unseren Weinstock (siehe Joh. 15) und unsere Einheit nicht getrübt werden – auch unsere Gebete waren geprägt von Einmütigkeit. Die wichtigste Sache erhielt auch die erste Priorität. Heute stelle ich fest, dass auch wir Christen die Tendenz haben, denjenigen Dingen Priorität einzuräumen, die uns einen raschen (emotionalen) Gewinn ermöglichen: essen, trinken, Freizeit geniessen, Beziehungen pflegen etc. Wer will es uns auch verübeln, neben all unseren Aufgaben und Verpflichtungen? Und doch: Alles, was uns daran hindert, zu beten, Gottes Wort zu lesen und uns mit Seinem Geist erfüllen zu lassen, ist letztlich dafür verantwortlich, dass die Gemeinde schwach, kraftlos und ohne Leuchtkraft bleibt. In diesem lauen Zustand geht auch die Einheit im Geist und untereinander verloren.

 

Unsere Liebe und unsere Beziehung zu Ihm ist der Schlüssel, der uns zur Einheit im Leib Christi führt.

 

In der Bibel steht: «Aber ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlassest. Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Busse und tue die ersten Werke.» (Off. 2,4). Da wo wir die erste Liebe verlassen, ist auch die Einheit im Geist und innerhalb des Leibes Christi gestört und somit kraftlos. Als wir uns kürzlich zum Gebet trafen, führte uns der Heiligen Geist zur Busse und wir erkannten, dass wir die erste Liebe verlassen hatten. Nach einer Zeit der Busse kam dann eine gewaltige Welle der Liebe Gottes über uns. Nirgendwo im Leben der Gemeinde ist Einheit wichtiger als im gemeinsamen Gebet, denn wenn wir einmütig sind, wird die Gegenwart Gottes über uns kommen.

 

Der, der in uns lebt, ist die wahre und ewige Kraft, die uns zur Einheit führt.

 

Der, der heute in uns lebt, ist derselbe, der das Kreuz erduldet und unsere ewige Erlösung bewirkt hat. Er hat die Macht des Todes
überwunden, Er hat den Teufel besiegt und entmachtet. Er ist derselbe, den Gott zum Haupt über alles gemacht hat. Der, der heute in uns lebt, ist die Hoffnung unserer Herrlichkeit und Vollendung. Er will uns zur Einheit führen, damit die Welt erkennt, dass wir seine Jünger sind! Lasst uns diesen Auftrag an die erste Stelle unseres Lebens setzen – die Frucht wird nicht ausbleiben! 

 

In den Hauptsachen EINHEIT, in den Nebensachen FREIHEIT, alles aber in LIEBE!

 

 

Jean Hutmacher 

in Gebet für die Schweiz 2/2012