„Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“
 

„Seid stark!“ Stark sollen wir sein. Es kommt nur darauf an, wie? Wie diese Stärke im Herrn aussieht, das zeigen uns die nachfolgenden Verse, die du unbedingt nachschlagen solltest. Da sind die Waffen aufgezählt, die einen Christenmenschen in der rechten Weise stark machen. Wir sind nämlich als Christen nicht wehrlos. Wir haben Waffen. Diese Worte zeigen uns freilich auch, mit was für Waffen ein Christ nicht kämpfen soll. Die „Waffenrüstung Gottes“ wird da genannt, der „Gürtel der Wahrheit“, der „Panzer der Gerechtigkeit“, die „Stiefel des Friedens“, der „Schild des Glaubens“, der „Helm des Heils“ und das „Schwert des Geistes“. Das ist die Waffenrüstung des Glaubenden. Sieben Waffenteile. Sechs von ihnen dienen der Verteidigung, dem Schutz und der Abwehr. Eine einzige, die letztgenannte, ist eine Angriffswaffe, nämlich das „Schwert des Geistes“. Diese Waffenrüstung zeigt uns, dass wir in Feindesland leben. Und der Feind hat „gross Macht und viel List“, und er ist auf der ganzen Linie aktiv, ist im Angriff. Wer da nicht Gottes Schutz hat, der ist „gar bald verloren“. Der weitaus überwiegende Teil unseres Kampfes als Christenmenschen besteht aber nicht im Angriff, nicht im Dreinschlagen, sondern im Schutz- und Zufluchtsuchen. Diese Zuflucht und Deckung ist uns reichlich angeboten. Halten wir uns nur daran, und glauben wir an die Festigkeit und an den Sieg dieser Schutzwaffen, und suchen wir nicht andere Deckung. Wer aber zum „Schwert des Geistes“ greift und als Christ anfängt zu fechten und dreinzuschlagen, der sei sich zum vornherein klar darüber, dass dieses Schwert zweischneidig ist. „Das Wort Gottes ist schärfer denn ein zweischneidiges Schwert.“ Das aber heisst, wir können dieses Schwert nie nur gegen andere führen, ohne selber auch darunter zu stehen, und zwar so, dass es uns voran und zuerst trifft. Es will nach beiden Seiten schlagen. Wenn wir es so führen, dass es gegen uns geführt wird, dann sind wir in der rechten Weise stark.

 

Herr, sei du meine Stärke, meine Burg und mein Fels. Gib, dass ich nicht anders stark zu sein begehre als in dir. Gib allen, die mit deinen Waffen kämpfen, die Gewissheit deines Sieges. Sei mit der kämpfenden Gemeinde. Amen

 

Pfr. Walter Lüthi

über Epheser 6,10-17

 

Eph 6,10-17: Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke! Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt. Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die Geister der Bosheit in der Himmelswelt. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen könnt. So steht nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft [zur Verkündigung] des Evangeliums des Friedens. Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt. Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort.